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Rat & Hilfe

Der Sparplan als Geldvernichter

Wie man sich bei der Geldanlage nicht selbst im Weg steht - Empfehlungen kritisch hinterfragen


Foto: ddp

München (ddp.djn). Ist das nicht ärgerlich? Trotz monatlichen Sparens zeigt sich, dass das Vermögen nach ein paar Jahren kaum gewachsen ist. Doch mit der Beachtung einiger einfacher Regeln lässt sich das verhindern.

Ein Problemfall ist das beliebte Tagesgeld. Auch wenn es derzeit vier Prozent und mehr für kurzfristig angelegtes Geld gibt, sind die scheinbar lukrativen Konten Rendite-Fallen. Denn bei 4 Prozent Zins und 25 Prozent Steuerlast bleiben gerade einmal 3 Prozent und damit nur wenig mehr, als die Inflation auffrisst. Tatsächlich also erzielt man damit eine Nullrendite. Wichtig für Sparer: Tagesgeldkonten heißen nicht umsonst so, denn dort sollte Geld nur kurzfristig geparkt werden. Für die langfristige Anlage sind diese Konten schlichtweg nicht geeignet.

Aber auch Investmentfonds können zu einem Geld-Grab werden. Denn dort wird im Durchschnitt über mehrere Jahre beispielsweise mit Aktienfonds eine Rendite von 5 bis 8 Prozent jährlich erzielt, die nach altem Recht sogar steuerfrei ist, wenn die Fonds länger als ein Jahr gehalten werden. Doch oft versuchen Banken, die Kunden dazu zu bringen, die Fonds regelmäßig umzuschichten, also alte Fondsanteile zu verkaufen und neue zu erwerben.

Die alten Anteile brächten nicht mehr genug Rendite, die neuen werden sich besser entwickeln, heißt es dabei oft zur Begründung. Allerdings verdienen an diesem Hin und Her vor allem die Banken. Denn wer 8 Prozent Rendite im Jahr erwirtschaften, gleichzeitig aber einmal jährlich den Fonds wechselt, muss dafür Gebühren zahlen. Und diese können bis zu sechs Prozent betragen. Unter dem Strich bleiben also gerade einmal zwei Prozent Rendite übrig. Diese werden zudem durch die Inflation geschrumpft und liegen so tatsächlich bestenfalls auf Sparbuch-Niveau. Grundsätzlich gilt daher, Aktienfonds sind für die langfristige Geldanlage gedacht.

Ein weiteres Problemkind vieler Anleger sind Versicherungen. In der Beliebtheitsskala weiter vorn sind Kapitalversicherungen, gelten diese doch als sichere Anlage. Tatsächlich aber ist es mit der Sicherheit mitunter nicht weit her. Wer beispielsweise als 40-Jähriger bei einem günstigen Direktversicherer eine Rentenpolice abschließt und 25 Jahre lang monatlich 200 Euro einzahlt, dem werden zum 65. Geburtstag eine garantierte Kapitalabfindung von rund 83 000 Euro versprochen. Das sind auf den ersten Blick schon magere 2,5 Prozent Zinsen.

Aber die 83 000 Euro haben bei einer Geldentwertung von 1,5 Prozent im Jahr nur noch eine Kaufkraft von 57 000 Euro. Man zahlt also 25 Jahre lang jeden Monat 200 Euro ein, insgesamt 60 000 Euro. Der Gegenwert beläuft sich hingegen nur auf 57 000 Euro. Finanzielle Sicherheit sieht anders aus!

Grundsätzlich gilt, dass niemand vorhersagen kann, wie sich die Börse entwickelt. Wer gegenteiligen Behauptungen glaubt, der läuft Gefahr, alles zu verlieren. Schon während der Börsenhysterie des Neuen Marktes galten viele Fondsmanager als "Seher", weil ihre Fonds durch die Decke gingen. Allerdings lag das allzu oft nicht an ihren phänomenalen Fähigkeiten, sondern am hysterischen Börsenumfeld.

Wer an der Börse erfolgreich sein will, kann sich überall Ratschläge holen. Investieren sollte man aber nur, wenn man selbst der Meinung ist, die richtige Wahl getroffen zu haben. Empfehlungen gilt es stets zu hinterfragen.

(ddp)


Erschienen am 20.11.2008

© Copyright ddp Nachrichtenagentur GmbH
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