Wirtschaftliche Unterschiede zwischen Regionen wachsen
Wirtschaft in Leipzig und Dresden wächst stärker als in ländlichen Regionen
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Dresden (ddp-lsc). Die Unterschiede zwischen der Wirtschaftskraft ländlicher und städtischer Regionen in Sachsen werden in den kommenden Jahren einer Prognose zufolge zunehmen. "Das Wirtschaftswachstum peripherer Gegenden wird bis zum Jahr 2020 zurückgehen. Zudem werden sie rückläufige Einnahmen aus Steuern und dem kommunalen Finanzausgleich verzeichnen", sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Dresdner ifo-Instituts, Joachim Ragnitz, am Donnerstag in Dresden. Leipzig und Dresden würden dagegen an Wirtschaftskraft zulegen.
Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum der Kommunen liegt laut Studie im Zeitraum von 2006 bis 2020 bei 1,7 Prozent. Für Leipzig und Dresden sei ein Wert von 2,6 und 2,3 Prozent errechnet worden, viele Gemeinden in Ostsachsen und im Erzgebirge würden hingegen nur um weniger als ein Prozent wachsen. Auch die Großräume Chemnitz und Zwickau würden nur unterdurchschnittlich zulegen.
Wegen des Rückgangs der Bevölkerungszahlen soll außerdem das Bruttoinlandsprodukt in Sachsen bis 2020 nur noch um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr wachsen, von 2000 bis 2006 waren es noch zwei Prozent. In Ostdeutschland werde es in den nächsten zwölf Jahren zudem zu einem Anstieg der Altersarmut kommen. Der Anteil älterer Menschen mit weniger als 700 Euro Rente könnte auf rund 40 Prozent steigen, sagte Ragnitz. Dies sei jedoch nicht eine spezifisch ostdeutsche Entwicklung.
Grünen-Fraktionsvorsitzende Antje Hermenau sprach sich mit Blick auf die Prognose dafür aus, Fördermittel auf wirtschaftlich erfolgreiche Zentren im Land zu konzentrieren. Diese sollten dafür schwächeren Gemeinden finanziell unter die Arme greifen. Die vom ifo-Institut erstellte Studie war von der Grünen-Fraktion in Auftrag gegeben worden.
(ddp)
Erschienen am 20.11.2008
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