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Freie Presse - Lokalredaktion Chemnitz

Porta: Neuer Anlauf im nächsten Jahr

Möbel-Riese will Ansiedlungspläne in Chemnitz nicht aufgeben - Gespräche über Standort waren zuvor gescheitert


Chemnitz. Der westfälische Möbel-Riese Porta will nach dem Scheitern der Verhandlungen über einen Standort für ein Möbelhaus in Chemnitz nicht aufgeben. "Wir lassen die Sache jetzt ruhen, aufgeben werden wir sie aber nicht", so Geschäftsführer Gerhardt Laubmeyer am Donnerstagabend zur "Freien Presse". Mit Hinweis auf die Stadtrats-Wahlen im nächsten Jahr sagte er: "Am Ende entscheidet so eine Sache die Politik."

Das Rathaus hatte am Donnerstagnachmittag bekannt gegeben, dass die Verhandlungen über den Bau eines Porta-Möbelhauses geplatzt sind. Bei der Suche nach einem Standort seien Stadtverwaltung und das Handelsunternehmen bei einem Gespräch am Donnerstag in Chemnitz nicht übereingekommen, hieß es. Der Favorit der Stadtverwaltung, der Johannisplatz, sei für Porta nicht akzeptabel gewesen, die Stadtverwaltung habe hingegen den Standort des Volksfestplatzes an der Hartmannstraße abgelehnt. "Ich finde es richtig, dass in die Entscheidungsfindung sowohl wirtschaftliche Faktoren, der Wunsch der Chemnitzerinnen und Chemnitzer zum Erhalt des Volksfestplatzes und unsere stadtplanerischen Grundsätze eingeflossen sind", sagte OB Barbara Ludwig. Sie sei überzeugt davon, dass unter Berücksichtigung all dieser Umstände die Nicht-Ansiedlung die bessere Lösung sei.

Porta-Chef Laubmeyer zeigte sich dennoch enttäuscht. Er spielte besonders auf die Dauer der Verhandlungen an: "Es wäre glücklicher gewesen und auch Kosten sparender, wenn man uns viel eher gesagt hätte, dass ein Bau außerhalb der Innenstadt nicht möglich ist."

Freude herrschte hingegen beim Schaustellerverband. "Eine feine, eine wunderschöne Sache", sagte dessen Chef Klaus Illgen. Jetzt gelte es, den durch das Hickhack entstandenen Imageschaden wieder gut zumachen. Gespräche über die Organisation von Volksfesten laufen bereits mit der Stadt. "Wir fangen wieder neu an", so Illgen.

Nachdenklich äußerte sich der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, Hans-Joachim Wunderlich. "Das ist kein Ende zum Jubilieren", sagte er. Die IHK hätte Porta gern "im Kernbereich der Innenstadt" gesehen. Am Ende seien die Gespräche gescheitert, weil Porta nicht bereit gewesen sei, am Johannisplatz zu bauen. (mit su)


Von Grit Baldauf

Erschienen am 13.11.2008

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