Lageerkundung in Mittelsachsen
Marienberger Jäger trainieren unter anderem in Augustusburg für den Afghanistan-Einsatz im kommenden Jahr
Augustusburg/Marienberg. Im Büro von Major Thomas Zimmer hängt der detaillierte Plan für die viertägige Ausbildung des Marienberger Panzergrenadierbataillons 371. Weil sich die Marienberger Jäger mit Beginn des neuen Jahres intensiv auf ihren Auslandseinsatz im Norden Afghanistans vorbereiten, wird das 120-köpfige Kommando vom 5. bis 8. Januar 2009 das Gelände der Erzgebirgskaserne verlassen und beispielsweise auch in der Partnerkommune Augustusburg üben.
"Eine realitätsnahe Ausbildung ist auf unseren Standortübungsplätzen nur eingeschränkt möglich. Deshalb gehen wir ins Gelände. Das heißt, den Augustusburgern wie auch den Einwohnern in Frankenberg, Zschopau, Brand-Erbisdorf, Wolkenstein und Lengefeld könnten Soldaten in Kampfausrüstung begegnen, die die Lage erkunden - am Tag wie bei Nacht", so Zimmer, Stabsführer der Abteilung Ausbildung/Übung. Die Bürgermeister der Partnerkommunen der Kompanien seien bereits informiert worden.
Als erste von drei einander ablösenden Truppenteilen fliegen im April die Berufs- und Zeitsoldaten der vierten Kompanie der Marienberger Jäger für die Zeit von vier Monaten an den Hindukusch. "Der Einsatz wird für die Soldaten sehr gefährlich", weiß Major Thomas Zimmer aus eigener Erfahrung. Deshalb sei es enorm wichtig, die Truppe so gut wie möglich vorzubereiten, was er sich von der Ausbildung in den Partnerstädten und -gemeinden verspricht.
"Wir wollen, dass unsere Frauen und Männer so gut wie möglich für den schwierigen Einsatz gerüstet sind", erklärt Zimmer. Man müsse damit rechnen, dass Soldaten in Gefechtsuniform über den Markt laufen, Passanten ansprechen, sich in der Stadt- beziehungsweise Gemeindeverwaltung über Strukturen informieren oder mitten im Ort einen Kontrollpunkt errichten. Die Einsatzkräfte im Alter zwischen Anfang 20 und Mitte 30 müssen ermitteln, wo sie sich befinden und die aktuelle Situation in der Region beurteilen - ähnlich dem Prozedere im Ausland. Thomas Zimmer versichert jedoch, dass die Marienberger Jäger aber nicht mit scharfer Munition unterwegs sein werden.
Die Vorbereitungen für die mehrtägige Übung laufen bereits seit vier Wochen. "Wir klären offensiv auf", so Zimmer und meint, dass er in den Partnerkommunen durchweg positive Reaktionen erhalten habe. Da die Soldaten am Hindukusch mit den lokalen Behörden zusammenarbeiten müssen, werden sie auch bei der viertägigen Übung auf Feuerwehren, Rotes Kreuz und Polizei angewiesen sein.
Parallel zu den Vorbereitungen für den Auslandseinsatz läuft in Marienberg in diesen Tagen die Familienbetreuung an. Thomas Zimmer: "Unsere Aufgabe ist es dabei nicht nur zu informieren, sondern wir leisten aktive Hilfe. Und wenn es solche Dinge wie ein Wasserrohrbruch sind, bei der die Familien Unterstützung brauchen." (mit jag)
Von Katrin Kablau
Erschienen am 20.11.2008
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